Teil II: Wie können wir unser Angebot bei potenziellen Kunden bekannter machen?
- 23. Apr. 2023
- 6 Min. Lesezeit

Bekanntheit wird dein Geschäft beflügeln. Aber wie findest du die wirkungsvollsten Aktivitäten, die dir diesen Bekanntheitsgrad verschaffen und zu deinem Budget passen?
Dieser Artikel baut auf meinem vorigen Artikel (Teil I) auf, in dem es darum ging, WARUM Bekanntheit wichtig ist, bei WEM du bekannt sein möchtest und WOFÜR du bekannt sein willst. Bitte lies das zuerst. Jetzt möchte ich dir helfen, die richtigen Maßnahmen zur Steigerung der Bekanntheit für dein Geschäft und deine Situation zu finden. Ich gebe dir wieder eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, der du folgen kannst.
Markenbekanntheit durch wertvolle Markenerlebnisse aufbauen
Zunächst möchte ich einen wichtigen Gedanken zum Aufbau von Markenbekanntheit aufgreifen, den ich am Ende meines letzten Artikels erwähnt habe: Du kannst Bekanntheit und eine starke Marke aufbauen, auch ohne umfangreiche Medien- und Kommunikationskampagnen durchzuführen. Ich glaube fest an den Aufbau von Markenbekanntheit durch wertvolle Markenerlebnisse. Einige der größten Marken der Welt haben ihre Bekanntheit und ihr Markenimage nicht in erster Linie durch Werbekampagnen erreicht, sondern weil sie großartige Produkte oder Dienstleistungen anbieten und mit ihren Kunden auf eine relevante und wertschöpfende Weise interagieren. Solche wert-stiftenden Erfahrungen schaffen positive Wahrnehmungen und Erinnerungen, über die auch gesprochen wird. Es entsteht eine Reputation, der mit der Zeit wächst.
Was meine ich mit wertvollen Erlebnissen? Natürlich können Kunden in der Nutzungsphase ihrer Journey wertvolle Erfahrungen mit dir machen, wenn sie dein Produkt oder deine Dienstleistung tatsächlich nutzen oder erleben. Aber es kann auch jede nette, hilfreiche oder einprägsame Erfahrung in der Such- und Kaufphase sein.
Wenn wir unser fiktives Beispielunternehmen "Nature Toys" nehmen, könnten dies bedeutungsvollen Erfahrungen in der Nutzungs-, Such- oder Kaufphase sein: eine ungewöhnliche und lustige Installation in einem Spielwarengeschäft, in der man die Produkte ausprobieren und mit ihnen interagieren kann; ein wirklich hilfreiches Anleitungsvideo auf der Website; ein aufschlussreicher Artikel über das Spielen und die Entwicklung von Kindern auf der eigenen oder einer unabhängigen Website; eine besondere Möglichkeit, das Spielzeug beim Kauf zu konfigurieren und zu individualisieren; ein sehr großzügiges Probier- und Rückgaberecht; echte Stimmen anderer Eltern-Kunden, die die Produkte erklären und empfehlen; eine überraschende Box oder Tasche, die dem Spielzeug beiliegt; eine Vorschlagsliste mit Kreativ-Spielen für Kindergeburtstage in der Verpackung; eine ökologische Spende oder sonstige Unterstützung eines ökologischen Projekts beim Kauf jedes Spielzeugs; und natürlich ein wirklich tolles Produkterlebnis mit vielen verschiedenen Facetten, die es besonders, einzigartig und überraschend toll machen.
Wie du dein Produkt- oder Dienstleistungsangebot wirklich einzigartig und überraschend gestalten kannst und wie du solche besonderen Erlebnisse in der Such- und Kaufphase schaffst, kannst du in meinen vorherigen Artikeln nachlesen.
On-Top Kommunikationsaktivitäten
Also nochmal: Wenn du diese Erfahrungen gut und für deine Kunden wertvoll gestaltest, setzt du automatisch einen wirksamen Bekanntheitsaufbau in Gang. Dann und nur dann solltest du weitere Kommunikationsmaßnahmen in Betracht ziehen, um diese wertvollen Erfahrungen zu verstärken, mehr potenzielle Kunden zu erreichen und sie wissen zu lassen, was an dir so toll ist. Das Prinzip ist recht einfach: Tue Großartiges und sprich darüber! Zuerst musst du dir darüber im Klaren sein, was das Besondere, Einzigartige und wirklich Wertvolle an den Erfahrungen deiner Kunden mit dir ist. Und dann musst du Wege finden, deiner Kundenzielgruppe genau das zu vermitteln. Ruf nicht einfach "Hallo, wir sind es! Kauft uns!", das ist nicht sehr wertvoll oder einprägsam.
Tue Großartiges und sprich darüber!

Wie machst du das also? Wie übersetzt du wertvolle Erfahrungen, die Kunden mit dir machen, in effektive Kommunikation? Wie kannst du deine potenziellen Kunden am besten erreichen und sie wissen lassen, dass es dich gibt und was an dir so toll ist? Ich werde dir einen 4-Schritte-Ansatz vorstellen, den du mit deinem Team befolgen kannst, um einen Kommunikationsplan zu entwickeln, der für dich funktioniert.
Workshop Box
Schreibe eine Beschreibung deiner Zielgruppe fest. Sei dabei so klar und abgrenzbar wie möglich, nur dann ist es hilfreich als Grundlage für die nächsten Schritte. Wer sind deine vielversprechendsten Kunden? Du kannst diese Liste von Kriterien als Orierentierung verwenden: Einkommensbereich, Alter, Geschlecht, Lebenssituation, Medienkonsum, Interessen/Einstellungen/Hobbys, ... . < Ich gehe hier von dem einfachen Fall aus, dass es nur eine vorherrschende Endverbraucher-Zielgruppe gibt. Je nach Branche hast du vielleicht mehrere Zielkundengruppen. Zum Beispiel, wenn du in einem B2B-Umfeld tätig bist, oder wenn du sehr unterschiedliche Produkte oder Dienstleistungen für verschiedene Kundengruppen anbietest. Ich möchte die Übung hier einfach halten und mich auf eine einzige Zielgruppe beschränken. Wenn du aber mehrere hast und diese sehr unterschiedlich sind, musst du auch mehrere unterschiedliche Marketingansätze entwickeln: unterschiedliche Touchpoints, unterschiedliche Aktivitäten, unterschiedliche Kernbotschaften, da all dies von deiner Zielgruppe abhängt. >
Sammle Touchpoints, die für diese Zielgruppe relevant sind und sich am besten eignen, um deine Kernbotschaften zu vermitteln (= wertvolle Erfahrungen). Sei kreativ! Wo gehen diese Menschen hin, was lesen sie, was machen sie gerne? Was würde gut zu deinem Angebot und zu den besonderen Aspekten daran passen? Überlege immer, ob es möglich ist, dort irgendwie aufzutauchen, dich und dein Angebot in die Erfahrungen an diesen Touchpoints zu integrieren?
Überlege dann für jeden Touchpoint, mit welchen Kommunikations-Aktivitäten du dort auftreten kannst, wie du deine Marke und deine Kernbotschaften in das Erlebnis der Menschen dort integrieren kannst.
Priorisiere diese Touchpoints: Du kannst dazu die unten stehende Matrix verwenden. Welche Touchpoints haben das größte Potenzial, deine Kundenzielgruppe zu erreichen? Und für welche Touchpoints hast du die vielversprechendsten und realistischsten Aktivitäten gefunden?
Zielgruppe
für das fiktive Unternehmen "Nature Toys":
Einkommen | Obere Mittelschicht und höhere Einkommensklassen |
Alter | 30-45 (Eltern mit kleinen Kindern) |
Geschlecht | hauptsächlich Frauen (Mütter), typischerweise eher für Spielzeug zuständig |
Wohn- und Lebenssituation | hauptsächlich in Städten/Vororten, Familien mit kleinen Kindern <7, Wohnungen oder Häuser mit ausreichend Platz und extra Kinderzimmern |
Medienkonsum | Soziale Medien (Instagram, Pinterest), Lieblings-Eltern/Mutter-Influencer, Mütterzeitschriften, Design-/Wohn-/Interieurzeitschriften, Streaming-Dienste, ... |
Interessen/Einstellungen/Hobbys | Müttergruppen, Ausflüge in die Natur, gesundes Kochen, Yoga, Umweltbewusstsein |
Kommunikations-Touchpoints
Unser fiktives Unternehmen "Nature Toys", das ökologisches Spielzeug verkauft, das für die Entwicklung von Kindern wertvoll ist, könnte seine Zielkundengruppe wie in der Tabelle oben definieren. Darauf aufbauend könnten sie mögliche Kommunikations-Touchpoints wie diese Beispiele brainstormen: Mütter-/Elternzeitschriften, Social-Media-Plattformen wie Instagram oder Pinterest - zum Beispiel in Form von passenden Influencern, Social-Media-Nutzergruppen rund um Kinder & Elternschaft, Interior-Websites, Wohn-/Designmagazine, Kindermessen oder -veranstaltungen in wichtigen Städten, Kindertagesstätten, Kinderferienprogramme oder auch Kinderärzte oder Kinderkliniken.
Kommunikations-Aktivitäten
Die Kommunikations-Aktivitäten an diesen Touchpoints können sehr unterschiedlich sein und es ist unmöglich, hier sehr konkret zu werden. Aber wenn du jeden Touchpoint einzeln durchgehst, wirst du auf eine Reihe möglicher Aktivitäten stoßen, um dort sichtbar zu werden oder deine Marke, Produkte oder Dienstleistungen irgendwie in die Erfahrungen zu integrieren, die die Menschen an diesen Touchpoints machen. Ich empfehle dir, über Aktivitäten nachzudenken, die über klassische Werbeformate wie SocialMedia-Anzeigen, Print-Anzeigen in Zeitschriften oder Plakate in Geschäften oder auf der Straße hinausgehen. Denkbar sind z.B. Sponsoring, Produktproben zum Ausprobieren, Bildungsformate, Schulungen, redaktionelle Beiträge, gemeinsame Veranstaltungen oder Angebote mit Partnern/Influencern, Teilnahme an Diskussionen in Social Media Gruppen, Foren oder Events und so weiter. Überlege immer, welches Erlebnis deine Zielkunden dazu bringen könnte, in ihrem Freundeskreis über dich zu sprechen. Besonders wertvoll sind Aktivitäten, die sich irgendwie multiplizieren oder verstärken lassen. Zum Beispiel, indem du sie mit Bildern und Videos festhältst und diese Inhalte auf deinen Social-Media-Kanälen, deiner Website oder über deine Partner verbreitest.

Umsetzung
Wenn du dich schließlich für die vielversprechendsten Touchpoints und die damit verbundenen Aktivitäten entschieden hast, die du als erstes in Angriff nehmen willst (viele andere kannst du dir für später aufheben), hier noch einmal zwei wichtige Dinge, die du bei der Umsetzung beachten solltest:
Du musst besonders darauf achten, dass du visuell wiedererkennbar bist. Es ist absolut entscheidend, dass deine charakteristischen Markenelemente (siehe erster Artikel über Markenbekanntheit) bei allem, was du tust, klar und deutlich sichtbar sind. Das ist kein "nice to have". Wenn du das nicht tust, können die Menschen ihre positiven Erfahrungen nicht mit dir im Kopf verknüpfen und abspeichern. Dein Name, dein Logo, deine Farben usw. müssen sich in ihren Gehirnen einprägen, sonst ist alles umsonst.
Sei dir darüber im Klaren, dass du in deiner Kommunikation so viele Markenassoziationen wie möglich wecken musst, wie in deinem Markenmodell definiert (siehe erster Artikel über Markenbekanntheit). Lass dich nicht zu sehr von der kreativen Gestaltung ablenken und versäume nicht, die wichtigsten Aspekte über dich klar zu vermitteln (z. B. dein Produkt/ Dienstleistung und die Aspekte, die dich einzigartig und besonders machen). Diese Botschaften müssen auf den ersten Blick kristallklar sein.

Und ja, es kann sein, dass du externe Hilfe bei der Gestaltung deiner charakteristischen Markenelemente und verschiedener Kommunikationsmaterialien für deine ausgewählten Aktivitäten benötigst. Dies könnte ein externer Designer oder eine Agentur sein, je nach deinem Budget. Aber ich schlage vor, dass du sie einlädst, sich an diesem Prozess zu beteiligen, um gemeinsam herauszufinden, was für deine spezifische Situation am sinnvollsten ist. Erlaube ihnen nicht, nur die üblichen Kommunikationsmaterialien für Standard-Touchpoints zu erstellen. Das wird nur das sein, was alle anderen auch tun, ohne große Wirkung.
Dann mach dich an die Arbeit und werde bekannt! Es gibt für jeden etwas zu tun, auch ohne viel Geld oder professionelle Hilfe.




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